Erholungsurlaub in Österreich

Erholungsurlaub in Österreich

Von Birgit Weilguni

Gerade für Menschen, die körperlich und geistig am Limit sind und unter hohem persönlichen wie beruflichen Druck stehen, bringen Fernreisen mit dichtem Aktivitäts- oder Besichtigungsprogramm oft nicht die ersehnte Erholung. Eine Reise in Österreich punktet dagegen mit kurzer Anreisezeit und einem üppigen Angebot entspannender Optionen – von A wie Ayurveda bis Y wie Yoga.

Ein weit verbreiteter Urlaubstyp ist mit Sonne, gutem Essen und Wasser mehr als zufrieden. Es braucht kein Sportprogramm, keine Sightseeing-Highlights oder Erlebnisausflüge. Andere wiederum meiden gerade dieses süße Nichtstun, denn das gibt den Gedanken die Möglichkeit, wie wild zu rotieren – der Körper erholt sich, aber der Geist macht erst recht schlapp. Letztlich sieht Entspannung für jeden anders aus, doch genau darauf reagieren Urlaubsanbieter verstärkt und haben Erholung für jeden Typ im Programm.

Ayurveda

Wenn sich die Alltagsspirale immer schneller in Richtung Erschöpfung bewegt und das Gefühl, im Hamsterrad nicht mehr vorwärts zu kommen, einen nicht mehr loslässt, wird es Zeit die persönliche Mitte wieder zu finden. Ayurveda, das „Wissen vom Leben“, bringt Körper, Geist und Seele wieder in Balance. Als Burnout-Prophylaxe erfüllt der asiatische Lebensstil mit seinen Säulen Massage und Reinigung, Ernährung, Pflanzenheilkunde, Yoga und Bewegung hervorragende Dienste. Das Fachwissen um die ayurvedische Typenlehre bringt es allerdings mit sich, dass der Service „neuer Lebensstil“ nicht gerade umsonst zu haben ist.

Der asiatischen Lehre hat sich in Österreich eine ganze Reihe von Häusern verschrieben. Im Schloss Pichlarn in der Steiermark wird Ayurveda mit Anti-Aging kombiniert, wo es gilt, Gesundheit und Vitalität sowie körperliche und geistige Fitness bis ins hohe Alter zu bewahren. Auch im bodenständigen Tirol hat Ayurveda längst ein interessiertes Publikum gefunden. Das Sonnhof Ayurveda Resort im Tiroler Thiersee hat sich ganz und gar der fernöstlichen Lebensphilosophie verschrieben und kombiniert sie mit uriger heimischer Kultur. Auch der Thermenhof Paierl ist nicht nur für seine erstklassige Küche bekannt, sondern auch für solides Ayurveda-Wissen aus dem „Reich der Sinne“.

Burnout

Burnout ist keine deklarierte Krankheit, sondern eine Gruppe von Krankheitssymptomen, die rund um die körperliche und geistige Erschöpfung kreisen. Burnout zu heilen kann also von einem „Anti-Burnout-Urlaub“ nicht erwartet werden, denn dafür braucht es professionelle medizinische Therapien. Menschen, die gefährdet sind, in ein Burnout zu kippen, können jedoch zumindest vorübergehend gezielte Erholung finden, bei der sie vielleicht auch zu einem neuen Lebensmodell finden, das es für einen Weg aus dem Burnout braucht. Einige Häuser in Österreich helfen dabei, einen radikalen Schnitt zu machen, um dem geistigen und körperlichen Zusammenbruch vorzubeugen. Burnout-Prophylaxe braucht jedenfalls die Unterstützung von Profis und ist daher selten kostengünstig zu haben.

Die Klause in Bad Gleichenberg liegt nicht nur unvergleichlich idyllisch, sondern widmet sich ganz gezielt Menschen mit Burnout-Problemen, Schlafstörungen, Schmerzen oder Angsterkrankungen. Wer es familiär mag, fühlt sich möglicherweise in Reifnitz am Wörthersee wohl, wo im Haus der Gesundheit ganzheitsmedizinische Intensivregeneration unter ärztlicher Betreuung im Mittelpunkt steht. Eine ganze Reihe von Kurhäusern setzt das Thema Burnout ebenfalls ganz oben auf die Prioritätenliste. So hat sich etwa das Kurhotel Pirawarth auf Kuren gegen moderne Zivilisationskrankheiten, die durch Bewegungsmangel, Übergewicht und Stress verursacht werden, spezialisiert.

Klosterurlaub

Die Stille zu entdecken, sich an den Weggabelungen des Lebens richtig zu entscheiden, innere Einkehr zu finden – kein Wunder, dass in unserer hektischen Zeit ursprüngliche, religiöse Werte wieder an Bedeutung gewinnen. Während in buddhistischen Kulturen Menschen oft ins Kloster gehen, um sich nach oder vor entscheidenden Erlebnissen und Ereignissen, die das Leben auf den Kopf stellen, zu sammeln, sich selbst neu zu finden und dann einen überzeugten Neustart zu wagen, kommt in unseren Breiten der Rückzug ins Kloster erst in den letzten Jahren wieder in Mode. Zahlreiche Klöster reagieren auf den Trend, wobei mitunter die Kosten des Aufenthalts und die Einfachheit von Kost und Logis in krassem Gegensatz zueinander stehen.

Auf ein solides Renommee kann das Kloster Pernegg verweisen. Fastenkuren führen zu einer neuen „Selfness“, womit wohl eine Rückbesinnung auf die eigene Persönlichkeit gemeint ist. Auch im Stift Göttweig finden Gäste in Form von Fasten- oder Einzelexerzitien wieder zu sich selbst – über den Umweg der Stille und Einkehr. Die „Schule des Daseins“ im Benediktinerstift St. Lambrecht baut zwar ebenfalls auf Besinnung und Meditation, allerdings in etwas größerem Kreis, in Form von Seminaren.

Stille

Nicht nur in Klöstern finden Besucher zurück zu Stille und Einkehr, auch so manche Hotels in Österreich nutzen bewusst Zurückgezogenheit, Natur und Ruhe, um ihren Urlaubern eine Insel der Stille zu bieten. Lärmende Städte, laute Berufe und große Menschenansammlungen überreizen die Sinne und verhindern oftmals ein Zur-Ruhe-Kommen. Der Rückzug in die Natur – vielleicht sogar ganz alleine – schafft Zeit für eine Rückbesinnung auf die eigenen Sinne und erholt neben dem Körper auch den Geist.

Es muss nicht gleich der Jakobsweg sein: Wanderdörfer und Wanderhotels haben sich landesweit auf das einfache, aber höchst befriedigende Urlaubsmodell des Wanderns spezialisiert. Je nach Wunsch wird die Gemeinsamkeit gefördert oder Zeit und Stille für den Einzelnen geboten.

Insbesondere die Bergwelt punktet mit unverfälschter Natürlichkeit und genau das wissen manche Almenbewirtschafter – zu finden etwa auf www.urlaubaufderalm.com und www.alm-at.com – zu nutzen. Und so wurde der „Urlaub auf der Alm“ längst zu einer Marke, die auf Ursprünglichkeit, Einfachheit und Zurückgezogenheit setzt.

Zudem sind diese stillen Zeiten meist sehr preisgünstig zu haben, was man von anderen Orten der Stille nicht behaupten kann. Pures Leben bietet einzigartige Oasen der Einsamkeit in den steirischen Weinbergen. Die Häuser, die mit Sauna, Schwimmteich, offenen Kaminen, gefülltem Weinkeller und Kühlschrank kaum einen Wunsch offenlassen, sind allerdings auch einzigartig schön.

Yoga, Pilates, Qi Gong & Co.

Yoga, Pilates, Qi Gong und Tai Chi haben eines gemeinsam: Diese Bewegungsformen entspannen nicht nur die Muskulatur, sondern auch Geist und Seele, denn körperliche Harmonisierung wirkt sich unmittelbar auch auf den Kopf aus. Zahlreiche Hotels bieten Yoga-Einheiten an, doch ein kritischer Blick auf den Yoga-Lehrer und seine Ausbildung empfiehlt sich allemal. Werden Bewegungsabläufe falsch einstudiert, bringen sie nämlich nichts oder schaden sogar. Auf schwerpunktmäßigen Yoga-Wochen verinnerlichen Urlauber die Details und nehmen einen langfristigen Nutzen mit nach Hause, wenn sie die Übungen regelmäßig weiterpraktizieren.

Besonders edle Yoga-Sessions bietet das Hotel Hochschober auf der Turracher Höhe. In dem preisgekrönten Haus wird Yoga im originalgetreuen Chinaturm geboten oder im Freien, auf Plattformen am See, mitten im Wald. Selten war Erholungsurlaub edler und gleichzeitig persönlicher.

Yoga wird oftmals als Sommerprogramm in typischen Skidestinationen angeboten, wie etwa im Q! Resort in Kitzbühel oder im AlpenReatreat im Tiroler Nassereith. Oder es ist Teil des breiten Angebots in klassischen Wellness-Häusern wie im Hotel Larimar in Stegersbach oder Reiter’s Supreme Hotel in Bad Tatzmannsdorf.


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