Lebenselexier Honig

Lebenselexier Honig

Von Mag. Alexandra Bolena

Honig – goldgelbe Köstlichkeit, süß und verführerisch! Wer assoziiert nicht ‚Wohlfühlen‘, wenn er an die gesunde Köstlichkeit denkt? Als Trostspender an kalten Wintertagen, als Kosename für die Liebste, titelgebend für die Hochzeitreise – es gibt wohl kaum eine sprachliche Verbindung, in der das Wort ‚Honig‘ vorkommt die nicht positiv besetzt ist. Honig ist ein Geschenk der Natur! Aber er schmeckt nicht nur gut, sondern hat auch heilende und pflegende Wirkung. Lassen Sie sich von uns in die Welt der köstlichen Klebrigkeit entführen und machen Sie mit uns eine gedankliche Genussreise durch die Welt der süßen Möglichkeiten!

Honig wird von Bienen zur eigenen Nahrungsvorsorge erzeugt, doch schon seit Jahrtausenden machen den kleinen gelb-schwarz gestreiften Insekten nicht nur Menschen das süße Gold streitig. Wer kennt sie nicht, die Bilder, in denen riesige Braunbären versonnen inmitten von summenden, aufgeregten Bienen ihre dicke Tatzen in die klebrige Masse stecken oder gleich die ganze Bärenschnauze in der Köstlichkeit versenken.

Der Honig und wir

Auch der Mensch genießt die natürliche Köstlichkeit seit Jahrtausenden: In Australien fand man in Stein gehauene Bilder, sogenannte Petroglyphen, die zeigen, dass bereits Aborigines Buschhonig sammelten und Wandmalereien aus der Steinzeit, belegen, dass auch an anderen Plätzen der Welt Honig offenbar schon sehr lange als Nahrungsmittel genutzt wurden.

Jahrhundertelang war Honig schließlich das einzig bekannte Süßungsmittel. Und ’süß‘ hat einfach eine ganz wunderbare Wirkung auf uns Menschen: der Geschmack wird als tröstend, als wohltuend und einfach köstlich empfunden. Doch nicht nur für den eigenen Genuss wurde das süße Gold genutzt – wild lebenden Bienenvölkern abgenommener Honig diente auch als Köder bei der Bärenjagd.

Rund 7. Jahrtausende v. Chr. dürfte sich die Hausbienenhaltung mit dem Ziel der Honiggewinnung für den eigenen Gebrauch durchgesetzt haben – der Beginn der Imkerei, wenn man so will. Honig war wertvoll – und er wurde nicht nur wegen seines Geschmacks geschätzt. Belegt ist z.B., dass um rund 400 v. Chr. Hippokrates Honigsalben zur Fiebersenkung einsetzte sowie zur Behandlung von Geschwüren und Wunden.

Honigwasser kam auch als ‚Dopingmittel‘ zum Einsatz, um die Leistung der Athleten z.B. bei den antiken Olympischen Spielen zu steigern. Nicht zuletzt wurde die bernsteinfarbene zähflüssige Masse auch zum Zweck der Verschönerung und Pflege verwendet und findet bis heute Anwendung in Naturkosmetik.

Wie Honig entsteht

Doch was ist Honig eigentlich? Wie engsteht er, welche Arten gibt es und worauf sollte man beim Kauf achten? Der Rohstoff von Honig ist entweder Blütennektar, der von den Bienen gesammelt wird, oder Honigtau, eine Ausscheidung von Blatt- und Schildläusen, sowie Zikaden.

Bereits am Rückweg zum Stock beginnen Bienen mit der Verarbeitung dieser Rohstoffe bevor diese dann den Stockbienen übergeben werden. Die Verdicken die Masse dann und versetzen sie mit körpereigenen Stoffen bevor sie sie in den Waben einlagern, um den so entstandenen Honig dann – eigentlich – als Nahrung für die Nachkommen des Bienenvolk zu nutzen.

Das Bienenjahr

Das Bienenjahr beginnt im Jänner mit der Eiablage der Bienenkönigin. Ab ca. 14 Grad, also gegen Ende Februar, schwärmen die Bienen dann zu ersten Erkundungsflügen aus um zu sehen, ob es schon Pollen und Nektar gibt. Hasel und Weide liefern zu dieser Zeit die ersten Pollen, Wild- und Kornelkirsche sowie Huflatich frühen Nektar.

Die Königin legt laufend Eier, die jeweils 21 Tage nach Ablage schlüpfen und so peu a peu die ‚Winterbienen‘ ablösen. Nun ist der Tisch der Natur bereits reichlich gedeckt, und die jungen kräftigen Bienen fliegen auf der Suche nach Pollen- und Nektarköstlichkeiten bis zu drei Kilometer weit.

Die Stockbienen kümmern sich ‚zu Hause‘ um den immer zahlreicher werdenden Nachwuchs, und sind mit Wabenbau und Verarbeitung der Rohstoffe zu Honig befasst. Im Juni schließlich erreicht die Volksstärke ihren Höhenpunkt: bis zu 70.000 Arbeitsbienen, 2000 bis 3000 Drohnen und eine Königin kann ein großes Bienenvolk schon umfassen.

Und die eine Königin ist mehr als fleißig: bis zu 2000 Eier pro Tag sind durchaus möglich. Und das ist auch notwendig, dass sie ständig Nachwuchs produziert, denn die Sommerbienen leben nur rund fünf Woche: sie wurden zum Arbeiten geboren und tun das auch – buchstäblich bis zum Umfallen.

Um sich gegenseitig über die besten ‚Rohstoffplätze‘ mit vielen Blüten zu informieren, haben Bienen ein ausgeklügeltes Informationssystem entwickelt: den Bienentanz. Sogenannte Nachrichtenbienen erkunden zunächst die besten Plätze um dann in den Stock zurück zu fliegen und über eine Art Tanz bis auf wenige Meter genau Richtung und Entfernung des reichen Rohstofflagers anzugeben.

Wenn die Tage dann wieder kürzer werden und das Pollen- und Nektarangebot zu schrumpfen beginnt, stellt sich auch die Königin um und produziert weniger Eier, aus denen dann aber die langlebigeren Winterbienen schlüpfen. Bis Mitte Oktober wird dann verstärkt Propolis, das zu dieser Zeit reichlich verfügbare Harz von Blattknospen und Baumrinden gesammelt.

Sobald es friert, hört die Königin auf, Eier zu produzieren. Das Bienenvolk sammelt sich im Zentrum des Stocks zur ‚Wintertraube‘ zusammen – so können sie aneinandergeschmiegt überleben während ihre Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert werden.

Honig – ein Wunder der Natur

Honig besteht im Endprodukt aus rund 200 verschiedenen Inhaltsstoffen wie Enzymen, Aroma-und Duftstoffen, ätherischen Ölen, Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen, Säuren und zum Teil über 20 Zuckerarten, die wichtigsten davon: Trauben- und Fruchtzucker. Darüberhinaus enthält Honig Inhibine, also antibiotische Wirkstoffe, die – vereinfacht gesagt – das Wachstum von bestimmten Keimen hemmen können.

Entsprechend der Basisrohstoffe unterscheidet man Blütenhonig aus Nektar und Waldhonig aus Honigtau. Bevor Honig in der Verkaufsregalen landet, wird er üblicherweise geschleudert, um so den Honig aus der Wabe zu bekommen.

Es gibt aber auch Wabenhonig, der mitsamt der Wabe angeboten wird, oder ‚Presshonig‘, bei dem der Honig sanft aus der Wabe gepresst wird. Presshonig enthält mehr Blütenpollen als geschleuderter Honig und schmeckt entsprechend aromatischer. Cremehonig bekommt durch langsames Rühren über mehrere Tage hinweg seine festere Konsistenz, die er im Unterschied zu allen anderen Honigsorten, die früher oder später kristallisieren, auch nicht mehr verändert.

Kristallisierten Honig kann man übrigens durch Erhitzen – am besten im Wasserbad bei 40. max. 45 Grad – wieder verflüssigen. Höhere Temperaturen führen allerdings dazu, dass wertvolle Inhaltstoffe verlorengehen. Deshalb auch die Empfehlung, Honig als Süßungsmittel erst in trinkwarme Flüssigkeiten wie z.B. Tee oder Milch zu geben und nicht in brennheiße – das tut zwar dem Geschmack keinen Abbruch, aber es wäre schade um die großartigen Wirkungsstoffe.

Honig hat auch die wunderbare Eigenschaft, dass er quasi ewig haltbar ist. Man sollte ihn bloß möglichst lichtgeschützt und kühl lagern, auch Einfrieren ist möglich.

Honig von A-Z

Ein Honig darf nach einem bestimmten Rohstoff – von A wie Akazienhonig bis zu W wie Weissdornhonig – benannt werden, wenn mindestens 60% von entsprechenden Blüten stammen.

Als Biohonig deklariert werden darf die goldene Süße, wenn die Bienen in Naturlandschaften sammeln: Zwei Drittel der Sammelfläche müssen sich auf Wälder, Wiesen und/oder unbehandelte Felder verteilen.

Die beliebtesten Honigsorten im Überblick

  • Akazienhonig / Robinienhonig
  • Blütenhonig
  • Buchweizenhonig
  • Edelkastanienhonig/li>
  • Eichenhonig
  • Fenchelhonig
  • Fichtenhonig
  • Heidehonig/li>
  • Kleehonig
  • Lavendelhonig
  • Lindenhonig
  • Löwenzahnhonig
  • Phaceliahonig
  • Rapshonig
  • Sonnenblumenhonig/li>
  • Tannenhonig
  • Tyhmianhonig
  • Waldhonig / Honigtauhonig

Nährstoffangaben Honig – Menge pro 100 Gramm:

    Kalorien 304
    Fettgehalt 0 g

    Gesättigte Fettsäuren 0 g
    Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0 g
    Einfach ungesättigte Fettsäuren 0 g

    Cholesterin 0 mg
    Natrium 4 mg
    Kalium 52 mg
    Kohlenhydrate 82 g
    Ballaststoff 0,2 g
    Zucker 82 g

    Protein 0,3 g
    Vitamin A 0 IU
    Vitamin C 0,5 mg
    Vitamin B6 0 mg

    Vitamin D 0 IU
    Vitamin B12 0 µg
    Eisen 0,4 mg
    Kalzium 6 mg
    Magnesium 2 mg

Honig macht gesund…

Wer einmal verstanden hat, was für ein Wunder der Natur Honig ist, der wird auch nicht über seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten überrascht sein. Es ist unmöglich, alle Benefits, die wir der bernsteinfarbenen zähen Flüssigkeit zu verdanken haben, auf zu zählen, einen kleinen Überblick als ‚Geschmackshäppchen‘ wollen wir Ihnen aber natürlich nicht vorenthalten.

Bei Schürfwunden und kleinen Verbrennung: Honig aufstreichen und antrocknen lassen: schützt wie ein Pflaster.

Schnupfen, oder leichte Erkältungskrankheiten: Honig in eine Schüssel mit heißem Wasser geben (nicht zu heiß!)und inhalieren.

Exkurs Propolis:

Propolis, auch Kittharz genannt, da die klebrige Flüssigkeit aus den gleichen Urzutaten wie Waldhonig hergestellt dazu dient, den Stock abzudichten und quasi als ‚Seuchenteppich‘ den Stock und sein Volk vor gefährlichen Krankheitserregern zu schützen, ist das stärkste in der Natur vorkommende Antibiotikum überhaupt.

Das Harz aus Blattknospen und Baumrinde wird mit Wachs, Pollen, ätherischen Ölen und Bienenspeichelsekret angereichert und wirkt nicht nur gegen Bakterien und Viren, sondern auch gegen Pilze. Das wirklich Einzigartige an diesem Naturheilmittel: Da die Zusammensetzung immer wieder eine andere ist, gibt es dagegen auch keine Resistenzen.

Propolis hilft bei Fieberblasen, bei Entzündungen im Mund, bei Geschwüren, Abszessen, Frostbeulen, Hühneraugen und sogar bei Fußpilz. Nicht zu vergessen: die bewährten Propolissalben bei Muskelentzündungen oder ‚Tennisarm‘.

….und schön

Gesichtsmaske: Honig pur oder vermischt mit ein paar Tropfen ätherischen Ölen (z.B. Lavendelöl) auf das feuchte Gesicht auftragen, 15 Minuten einwirken lassen und mit warmen Wasser abwaschen.

Handpackung: 1 TL Honig mit 1 TL Mandelöl und zwei Tropfen Lavendelöl mischen, in die feuchten Hände einmassieren und 15 Minuten einwirken lassen. Hände danach gut waschen und eincremen.

Für die Sauna: Nach einer kurzen Anschwitzphase den ganzen Körper mit Honig einreiben und zurück in der Sauna einwirken lassen. Nach Aufguss und Abkühlung an der frischen Luft den getrockneten Honig abreiben – macht streichelzarte Haut!

Ganz abgesehen davon lassen sich mit Honig natürlich auch wunderbare Gerichte zaubern, und der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt: egal ob Kuchenwerk oder Chickenwings, Fisch oder Salat – Honig geht immer!

Es gibt kaum ein naturbelasseneres Lebensmittel, das vielseitiger verwendbar ist, als der von den kleinen Insekten zusammengetragene Honig. In diesem Sinn sollte uns der Albert Einstein zugeschriebene Satz: “Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben” ehrlich zu denken geben.

Denn ganz egal, ob das Zitat nun belegt ist oder nicht – wenn der Mensch dem Bienensterben keinen Riegel vorschiebt und den wertvollen Rohstoff, den uns die Natur hier schenkt, nicht wertschätzt und schützt, dann kann man nur sagen: ’selber schuld.‘

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