Schönheitshelfer aus der Natur

Schönheitshelfer aus der Natur

Von Mag. Alexandra Bolena

Warum tief in die Tasche greifen und die Umwelt sowie die eigene Haut mit Chemikalien belasten, wenn die Natur uns doch so reichlich mit ihren ‚Bodenschätzen’ verwöhnt? Ob dies wertvolle Öle, Trauben, Avocados, Milchprodukte, Gurken, oder Knoblauch für starke Nägel sind – Mutter Erde produziert Schönheitshelferlein ohne Ende. Entweder roh oder selbst verarbeitet bieten sie Haut, Haaren und Nägeln Unterstützung, wo immer ‚frau‘ das Gefühl hat, sie zu brauchen.

Doch andere Länder, andere Sitten, andere ‚Bodenschätze‘: klarerweise suchen sich Frauen aus aller Herren Länder jeweils Beautyhelfer aus ihrer unmittelbaren Lebensumwelt. Und die Methoden zur Verschönerung sind vielfältig – und manchmal durchaus überraschend und für unsereins gewöhnungsbedürftig. Wir haben uns umgesehen und für Sie recherchieret in welchen Ländern es welche Beauty-Sitten gibt. Nicht alle mögen sich zur Nachahmung eignen, aber interessant zu wissen, was Frauen so alles tun um den gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen und sich zu pflegen, ist es allemal.

Gesunde Lebensweise – ja, aber nicht nur

Wer sich wohlfühlt, strahlt das auch aus und Wohlbefinden ist Voraussetzung für Schönheit. Man sieht Menschen an, wenn sie glücklich sind, und glückliche Menschen sind in jedem Fall attraktiv. Unbestreitbar gehen Gesundheit, Wohlbefinden, Zufriedenheit und gutes Aussehen Hand in Hand.

Schönheit ist etwas sehr subjektives und liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Doch ob jemand gesund lebt, sich ausgewogene ernährt, genug schläft, ein gutes und funktionierendes soziales Umfeld hat, sich ausreichend bewegt und neugierig aufs Leben bleibt sieht man einem Menschen an.

Auch regelmäßige Entspannungsphasen sind Voraussetzung für einen ausgeglichenen Gefühlshaushalt – und dieser wiederum ist Voraussetzung für dieses bestimmte Maß an Schönheit, dass nur glückliche und zufriedene Menschen ausstrahlen. Doch darüber hinaus gibt es zur Schönheitspflege eine Reihe von Helfern aus der Natur, die Haut, Haaren und Nägeln helfen, gesund zu bleiben und schön auszusehen. Beginnen wir mit der Hautpflege.

Hautpflege

Zur Gesunderhaltung aller Hauttypen gilt jedenfalls: Viel trinken (etwa 3 Liter am Tag), ausreichend schlafen (möglichst 8 Stunden), keinen oder nur mäßig Alkohol trinken, nicht rauchen. Eine weitere Voraussetzung für gesunde schöne Haut ist die richtige Pflege. Während junge Haut (noch) nicht viel braucht, um prall und elastisch auszusehen, muss der Haut im Alter zunehmend Feuchtigkeit von außen zugeführt werden. Auch der individuelle Hauttyp muss berücksichtigt werden. Trockene Haut braucht andere Pflege als eher fette oder gar sensible Haut. Diese Erkenntnis muss sich auch in den Pflegepräparaten widerspiegeln.

Natürliche Hautpflege aus aller Welt

Südamerika:

Chileninnen setzen auf rote Trauben für einen leuchtenden Teint: Rote Trauben enthalten ganz viele Antioxidantien und sorgen damit für rosige, strahlende Haut. Ihre volle Wirkung können die Inhaltsstoffe der Traube als Gesichtsmaske entfalten: Dafür wird eine Handvoll roter Trauben zerdrückt und mit zwei Esslöffeln Weißmehl vermischt aufs Gesicht aufgetragen – Einwirkzeit 15 Minuten, dann mit Wasser abwaschen.

In Brasilien schätzt man die Wirkstoffe des Babassuols. Das bei uns weitgehend unbekannte Schönheitsmittel wird aus einer kokosnussähnlichen Frucht, die ebenfalls auf Palmen wächst, gewonnen. Das Öl der Babassuol wird gewonnen, indem der Fruchtinhalt ausgekocht, abgeschöpft und kalt gepresst wird. Oft wird es auch noch raffiniert um eine mögliche Verunreinigung durch Bakterien oder Hefe zu neutralisieren. Das Öl ist sehr leicht, wirkt durch die in ihm enthaltene Laurinsäure antimikrobiell und zieht überraschend schnell ein. Sehr gut geeignet bei unreiner Haut und Pickeln.

Asien:

Japanerinnen reinigen ihren Teint mit Azuki Bohnen. Dieses Beautyritual geht bis ins 18. Jahrhundert zurück und hat noch heute begeisterte Anhängerinnen. Die Bohne enthält Saponin, das seifenartig aufschäumt. So werden auf natürliche Art und Weise Unreinheiten aus den Poren gelöst. Doch die Bohne eignet sich auch zum peelen. Hierfür wird die Azuki Bohne geröstet und gemahlen und das dann entstandenen Pulver mit warmem Wasser verrührt als Peelingcreme eingesetzt.

Inderinnen vertrauen auf Sandelholz: Das bei uns eher für seinen Duft in Parfums zum Einsatz kommende Sandelholz wirkt in Pulverform entspannend und beruhigend. Es hilft gegen Hautirritationen, unreinen Teint sowie bei Allergien. Als Maske angewendet glättet es Linien und Fältchen.

Ebenfalls mit ursprünglich asiatischen Ingredienzien wird ein typisch schwedisches Gesichtswasser hergestellt: Ein Toner, also ein klassisches Gesichtswasser sollte der Abschluss jeder Gesichtsreinigung sein: der Toner hat den Zweck, die Poren zu schließen und so vor Eindringlingen zu schützen. Schwedinnen haben dazu folgendes Rezept: Grüner Tee im Tiefkühlfach zu kleinen Würfelchen gefroren wirkt Wunder – und erfrischt. Der praktisch portionierte Toner wird im klagen Norden auch als Ganzköpertoner verwendet und hilft so bei der Entgiftung des Körpers über die Haut.

Doch wer auf die Schätze der Natur vertrauen will, braucht nicht weit zu reisen: auch der heimische Supermarkt, wenn nicht gar der eigene Garten, bieten genügend ‚brauchbare‘ Naturstoffe. Hier drei von der Redaktion getestete Hautpflege-Ideen:

Trockene Haut: 1/2 zerdrückte Avocado mit 2 TL Vollmilchjoghurt vermischen. Großzügig auf das gereinigte Gesicht, Hals und Dekolleté-ansatz auftragen. Reste nach 15-20 Minuten mit einem feuchten Tuch abnehmen.

Reinigende und erfrischende Maske: Ein halbes Bund glatte Petersilie waschen und trocken tupfen. Blätter und Stiele fein hacken, mit 2 EL Magertopfen und 1 EL Honig mischen. Die Maske auf Gesicht, Hals und Brustansatz auftragen, 20 Minuten einwirken lassen und Reste abwaschen.

Auch Olivenöl ist ein wahres Schönheitselixier: Möglichst feines Öl mit Honig veredeln, als Maske auf die Gesichtspartie auftragen und 10 Minuten einwirken lassen – macht strahlend weichen Teint!

Haare natürlich pflegen

Auch schönes Haar ist Folge eines gesunden Lebensstils: vollwertige Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist die beste Voraussetzung für schönes, elastisches Haar. Doch was tun, wen die Haare stumpf, dünn, glanzlos, und ohne Spannung sind. Und entweder zu trocken und sogar brüchig sind oder rasend schnell – zumindest am Ansatz – nachfetten? Haarpflege ist wie Hautpflege Typ-Sache – und damit sehr individuell anzulegen.

Tipps zur Haarpflege

Für geschmeidiges Haar: zwei überreife Bananen zerdrücken, und pro EL Bananenmus einen Löffel Weizenkeimöl dazu und mit einem weitere EL Topfen (Quark) vermischen. Die Packung aufs feuchte Haar auftragen und fünf bis zehn Minuten einwirken lassen. Anschließend gut ausspülen.

Gegen fettige Haare: Zwei Esslöffel lose grüne Teeblätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. 150 ml Zitronensaft dazugeben und die Haare damit spülen – nicht auswaschen!

Auch das aus Marokko stammende Arganaöl hat mittlerweile Einzug in die Schönheits- und Friseursalons auf der ganzen Welt gehalten. Arganaöl bringt Haare zum Glänzen wie sonst kaum ein Pflegemittel – nach dem Einmassieren gründlich auswaschen!

Hände und Nägel pflegen mit der Kraft der Natur

Stark beanspruchten Händen und Nägeln kann man Nachtpackungen gönnen, denn so können Wirkstoffe von Cremes und Ölen besonders gut einziehen. Wer über die eingecremten Hände noch leichte Baumwollhandschuhe zieht, kann die Wirkung vervielfachen. Achten Sie besonders in der kalten Jahreszeit darauf, Ihre Hände ausstreichen zu schützen. Kälte im Herbst und Winter beanspruchen die zarte Haut der Hände zusätzlich und in dieser Jahreszeit können sie ein Mehr an Pflege gut vertragen. Zwei Tricks, die Hände und Nägel natürlich pflegen.

Marokkanische Frauen – aber mittlerweile Frauen aus aller Welt – schwören auf Arganaöl – und zwar nicht nur zur Haarpflege. Das kostbare Elixier aus dem Atlasgebirge – das Öl wird aus Argannüssen gepresst – wird am besten pur nach dem Händewaschen aufgetragen – einziehen lassen. Billig ist dieses Naturkosmetikum allerdings nicht: Preislich ist der Naturstoff mit Austern und Trüffeln vergleichbar. Aber wer an seine Haut nur Wasser und Arganaöl lässt, weiss, dass das Öl seinen Preis wert ist.

Doch es geht auch günstiger: Gegen raue Hände hilft ein einfach herzustellendes Mandel-Zitronen-Pflege-Öl: 50 ml Mandelöl mit ein paar Tropfen frischem Zitronensaft verrühren und in die Haut einmassieren bis das Gemisch vollständig eingezogen ist – seidenweiche Hände werden es Ihnen danken. Alternativ: Baden Sie ihre Hände einmal pro Woche in warmem Olivenöl – wirkt Wunder!

Wer speziell seine Nägel stärken will, kann auf ein altes Rezept aus der Karibik vertrauen. Frauen aus der Dominikanischen Republik schwören auf Knoblauch für gesunde Nägel. Und das zu Recht: die stark riechende Knolle enthält Selen – und das macht Nägel widerstandsfähig und fördert ihr Wachstum. So geht‘s: Vier bis fünf Knoblauchzehen in kleine Stücke schneiden, in einen transparenten Lack mischen und mindestens eine Woche stehen lassen, bevor man die Nägel damit lackiert. Das Ergebnis sind superstarke Nägel, resistent gegen Bruch und Splitter. Und keine Sorge: der anfänglich gewöhnungsbedürftige Geruch verfliegt rasch wieder.

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